Stimmen zum Tod eines leidenschaftlichen Trainers

Herr Werner Sayffaerth trainierte viele Jahre die Läufer des Kölner Eis-Klub e.V. mit Erfolg. Nach einigen  Jahren der Abstinenz hat er in der Saison 2017/2018 wieder zu uns zurück gefunden um mit seinem Wissen unsere jugendlichen Läufer zu unterstützen, die gerne von ihm unterrichtet wurden. Er hat, wie die nachfolgenden Stimmen zeigen, deutliche Spuren hinterlassen: im Eissport in ganz Deutschland sowie im Leben seiner Läufer.

Mit Werner Sayffaerth verlieren wir einen hervorragenden Trainer, den wir gerne im Gedächnis behalten.

Edith Welters
1. Vorsitzende Kölner Eis-Klub e.V.


Leistungsgruppe Werner Sayffaerth 1975 (v.l.n.r.) Oliver Brück, Gaby Krakau, Angela Brück, Gabi Gröger, Marion Weber, Klaus Brück und Gert W. Graebner (Foto: Claus Wahler, Köln )

 

Leistungsgruppe Werner Sayffaerth 1975 (v.l.n.r.) Klaus Brück, Angela Brück, Gabi Gröger, Oliver Brück, Marion Weber, Werner Sayffaerth, Gert W. Graebner, Stefan Brill, Michaela Brill (Foto: Dr. Sepp Schönmetzler)


Wenn ich an meinen ehemaligen Trainer Werner Sayffaerth denke, dann kommt mir sofort seine geniale Sprungtechnik in den Sinn und die Art und Weise wie er diese an uns mit vielzähligen Metaphern vermittelt hat. Er war sehr strikt und verlangte von seinen Läufern absolute Bereitwilligkeit, Disziplin und Mut (wer Angst vorm „Fallen“ hatte, hatte schon verloren). In den Himmel hat er keinen gehoben, erst gar nicht verbal. Ein Blick und ein kurzes Nicken nach einem vollzogenen Sprung/Element war schon Lob genug! Aber jeder seiner Schüler wusste das und war glücklich damit. „Danke lieber Werner, dass Du meinen Brüdern und mir die Kunst des Eislaufens beigebracht und somit auch einen großen Anteil an unserer Kindheit/Jugend hattest!“

Angela Brück
ehemalige Bundeskaderläuferin und Solistin bei Holiday on Ice
Trainerin beim Kölner Eis-Klub e.V.


Ich begann im Jahre 1969 mein Training bei Herrn Sayffaerth, motiviert durch den einzigartigen Laufstil von Rudi Cerne, der zu der Zeit Werners Schüler war.  Da mein Vater 1970 von Köln wegzog, waren wir gezwungen, den geliebten Sport aufzugeben. Wir (ich, mein Bruder Oliver, mein Schwester Angela) heulten meinem Vater solange die Ohren voll, bis er 1973 (nach der EM in Köln) nachgab, uns wieder beim KEK anmeldete. Leider war ich mittlerweile schon älter und von Werner fortan nur noch Frührentner genannt. Trotzdem tat ich alles für diesen Trainer, weil er genial war. Ich war sehr stolz, als Werner -Jahre später -nach einem Eislaufworkshop in Berlin abends ins THEATER DES WESTENS kam, sich meine Vorstellung ansah und über mich (mittlerweile Absolvent der Musikhochschule Köln Ballett) sagte: ‚der Frührentner ist richtig gut geworden.‘ Endlich konnte ich Werner gefallen. Meinem Russischen Ballett-Ausbilder Rabimow habe ich erst vor kurzem gesagt: ich hatte in meinem Leben zwei Trainer, den einen im Eiskunstlauf, den anderen im Ballett. Beide waren die härtesten Knochen, aber die weltbesten Lehrer, die man sich wünschen kann. Ich habe diesen Werner geliebt und werde ihn nie vergessen.

Klaus Brück
Tänzer, Coach, Choreograph, Trainer


Wenn ich an meinen Trainer Werner Sayffaerth denke, fällt mir sofort ein, wie er mich immer motiviert hat und wie sehr es mir Spaß gemacht hat, bei ihm zu trainieren. Außerdem hatte er eine fabelhafte Sprungtechnik.

„Danke Herr Sayffaerth!“

                                                                                                              Oliver Brück


Werner Sayffaerth, mein ehemaliger Trainer und bester Freund wird mir in ewiger Erinnerung bleiben! 7 Jahre meiner sportlichen Laufbahn habe ich unter der Obhut von Werner trainiert, sein Perfektionismus, seine Persönlichkeit und seine Warmherzigkeit haben mich für meine Zukunft nach dem Eissport sehr geprägt.
Bei meinen Trainerausbildungen war Werner als Dozent mit für den sportartspezifischen Teil verantwortlich, auch hier war er mit seiner exzellenten Technik und seinem reichen Erfahrungsschatz aus seiner Trainerkarriere eine Bereicherung. Besonders als Trainerin habe ich Werner sehr viel zu verdanken und werde in seinem Sinne meine Trainertätigkeit weiter durchführen.

Claudia Büttner
Trainerin beim Kölner Eis-Klub e.V.


Werner Sayffaerth hat ganze Generationen von Eiskunstläuferinnen und Läufern geprägt. Ich gehörte auch dazu, 1970 und ´71. Kann mich gut an diverse Trainingseinheiten auf der Freibahn in Köln erinnern. Er hat viel verlangt und viel gegeben. Als wir im Winter mal darauf spekulierten, dass das Kürtraining wegen eines Schneegestöbers ausfallen würde, war das Gegenteil der Fall. „Jungs, jetzt erst recht: Kondition bolzen.“

Runden laufen auf schneebedeckter Eisfläche. Die Beine wurden immer dicker. Meine erste Kür haben wir bei uns zu Hause einstudiert, im Wohnzimmer. Werner kam aus Neuss nach Wanne-Eickel.

Ein Enthusiast mit genialer Begeisterungsfähigkeit. Danke Werner Sayffaerth.

Rudi Cerne
2-facher Deutscher Meister, Vize-Europameister, Solist bei Holiday on Ice
Sportjournalist


Werner war mir ein sehr lieber, geachteter Kollege. Vielleicht hatten wir durch fast ähnliche Berufsausbildungsgänge (deutsch und österreichisch) eine andere Sichtweise auf und auch für die Sportart Eiskunstlauf. Beide hatten wir den gleichen Ansatz was das Thema Leistungssport Eiskunstlauf betraf, wir wollten sehr viel von unseren Sportlern, haben aber auch immer hundert Prozent für sie in dem Beruf gegeben. Vielleicht haben Werner und ich als ausgebildete Sportpädagogen nicht die Auseinandersetzung mit Funktionären gescheut, da wir ein sicheres berufliches Standbein hatten und ganz einfach „unsere Sportler“ uns näher und wichtiger waren als die Funktionäre. Ich werde Werner in bleibender Erinnerung behalten, wie wir z. B. bei der Gründung und Installation des DVET (Deutscher Verband Eislauflehrer/Trainer) viel investierten, aber nach einigen Jahren dann doch auf Grund fehlender Unterstützung resignieren mussten. Ideen hatten wir genug, mit welchen wir meist auf verschlossene Ohren und wenig perspektivische Weitsicht stießen. Die Zukunft und Perspektive des Eiskunstlaufs in Deutschland war Werner aber auch mir sehr wichtig. Und nicht nur aus diesem Grund werde ich Werner immer in gutem Andenken behalten, er war mir immer ein äußerst geschätzter und liebenswerter Kollege.

Ferdinand Dedovich
ehemaliger für Österreich startender Einzel- und Paarläufer, mehrfache nationale Vizetitel
3. Profiweltmeisterschaften 1975

Head-Coach und Direktor Sport RC Regensburg


Herr Sayffaerth war im positiven Sinne eislaufverrückt.
Als junger Trainer begehrte er gegen das Funktionärswesen und die Verbände mit Kritik, provokativem Outfit (lange Haare, Pelzmantel, Sportwagen, flotte Sprüche) auf.
Dabei waren ihm die Belange seiner Schüler immer das wichtigste.
Er war ein strenger, aber verständnisvoller Trainer der zur richtigen Zeit den richtigen Ton fand und sich erst dann zufrieden gab, wenn er das Potential seines Schülers rausgekitzelt hatte.
Er hat mich und viele andere mit Humor, Rat und ausführlichen Gesprächen durch die Pubertät gebracht. Er hat mit mir Papierflugzeuge gebastelt um meine Nervosität vor dem Wettkampfauftritt zu zerstreuen oder mit großer Begeisterung gekickert.
Aufgrund seines fundierten Wissens und seiner Gabe dem Schüler das Gefühl für einen Bewegungsablauf zu vermitteln, begaben sich viele später prominente Läufer wie Rudi Cerne oder Norbert Schramm in sein Training.
Letztlich wurde seine Arbeit so gewertschätzt, dass er in übergeordneter Funktion im Ausbildungswesen für Trainer von der DEU engagiert wurde.
Ein wertvoller Mann mit Charakter der bis zum Schluss für seine Überzeugung eingestanden ist und auch nach einer verkorksten Kür an der Bande stand und zu einem hielt.
Wir verlieren ein Vorbild und Kämpfer für den Eissport und einen guten Freund.

Dr. Gert W. Graebner
Deutscher Meister 1976
Orthopäde in Köln


Deine nötige letzte Veranstaltung im Friedwald von Bad Münstereifel war würdig und gab mir Gelegenheit über unseren Kontakt nachzudenken. Ich werde wahrscheinlich nie mehr auf der Hahnenstraße Schach spielen. Mir wird kein Fachmann die Drehung beim Lutz nicht mit einem schlecht ausgewuchteten Reifen erklären.

Willi Harn
Journalist der Kölnischen Rundschau


Als mein langjähriger Trainer hat Werner Sayffaerth mich durch einen großen Teil meiner Jugend begleitet. Der Eissport und das Training bei ihm hatten einen entscheidenden Einfluss auf meine persönliche und berufliche Entwicklung. Er war ein engagierter Trainer, der offen heraus sagte was er dachte und damit so manches Mal bei dem einen oder anderen Offiziellen aneckte. Nachdem ich meine aktive Laufbahn beendet hatte, bekam ich als seine Assistentin die Gelegenheit erste Unterrichtserfahrungen als Übungsleiterin zu sammeln. Damit legte Werner den Grundstein für meinen weitere Werdegang als Trainerin. Dafür bin ich bis heute dankbar.

Gaby Krakau
Eiskunstlauftrainerin, technische Spezialistin und 1. Vorsitzende TUS Wiehl Eissportclub e.V.


Meine Eislaufkarriere begann 1969 im Kölner EK zunächst beim Eistanz. 1971 wechselte ich dann zum Eiskunstlauf und war von da an Schülerin bei Werner Sayffaerth. Er hat nicht nur meinen sportlichen Weg maßgeblich beeinflusst. Als Trainer war er streng, immer fordernd, aber auch immer respektvoll im Umgang und als väterlicher Freund hatte er immer ein offenes Ohr für die Probleme, die man als Teenager so hat. Eigenschaften, die ich während meiner aktiven Sportlerzeit sehr zu schätzen gelernt habe und die mich mein ganzes weiteres Leben bis heute begleiten. Er war und ist für mich ein Vorbild gewesen. Deshalb war auch schon sehr früh klar für mich, dass ich auch Eiskunstlauftrainerin werden wollte. Diesen Traum lebe ich nun seit mehr als 20 Jahren und freue mich täglich darauf, mit meinen Läuferinnen und Läufern zu arbeiten. Alle kennen Werner Sayffaerth, nicht persönlich und mit Namen, aber von vielen meiner Erzählungen. Er hat und wird mich und meine Arbeit als Trainerin immer begleiten. Er ist und bleibt das Vorbild, an dem ich mich und meine Tätigkeit als Trainerin orientiere.

Ich werde Werner Sayffaerth immer in guter Erinnerung behalten.

Gabi Gröger
Trainerin Eiskunstlauf beim TV Unterboihingen e.V.


Harte Schale, weicher Kern. So war Herr Sayffaerth als Trainer. Unverblümt ehrlich, nahm er nie ein Blatt vor den Mund und hatte gleichzeitig immer das Beste für seine Schüler im Sinn. Er besaß ein selten gesehenes haargenaues Verständnis für die Technik der Eiskunstlaufelemente und konnte dieses Wissen auch sehr anschaulich vermitteln. Ein Trainer mit Herzblut: ehrgeizig, anspruchsvoll, ambitioniert und insgeheim doch der größte Fan seiner Schüler.

Clara Kellermann
Teilnehmerin bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften 2018


Herr Sayffaerth hat alles ganz genau erklärt. Er saß auf dem Rollator und hat mit dem Armen die Fehler gezeigt und dann nochmal gesagt, wie man es richtig macht. Er war nett und ich hätte gern noch eine Stunde bei ihm gehabt.

Lilli Reier
8 Jahre alte Nachwuchsläuferin des Kölner Eis-Klub e.V.


In den 50er Jahren war mit 9 Jahren ich zum ersten Mal für den Garmisch-Partenkirchener SC-Riessersee in Köln zur Deutschen Jugendmeisterschaft und wurde auf der windigen Außenbahn Letzter, Schnelldorfer war Erster. 1965 wurde ich dann in Köln Deutscher Meister. Seitdem hatte ich ein etwas besonderes Verhältnis zu Köln und dem Kölner Eiskunstlauf. Werner SAYFFAERTH lernte ich relativ früh kennen. Wir trafen uns bei allen möglichen Jugendwettbewerben, ob er in der Meisterklasse gestartet ist, weiß ich nicht mehr.
1966 begann ich in Köln ein Studium der Technisch-Wissenschaftlichen Fotografie, das ich durch Fotoreporter- und Trainertätigkeit beim Kölner – Eisklub finanzierte. 1970 sah ich als Trainer keine berufliche Zukunft beim KEK und wurde Fotoreporter bei der Hamburger BILD-Zeitung (1971-1973). Damals übergab ich alle meine Schüler (Stefan BRILL, Michaela Brill, Alexander BRILL, Martina BRILL, Ute HECHT, Petra TITTEL, u.a.) an Werner SAYFFAERTH – darunter mindestens zwei Deutsche JugendmeisterInnen.
Werner SAYFFAERTH war hauptberuflich und verbeamteter Diplom-Sportlehrer, seine Trainertätigkeit absolvierte er nebenbei. Wir alle fragten uns immer, wie er das alles zeitlich schaffte, denn er tauchte bis vor ein paar Jahren bei allen nationalen Wettbewerben und Meisterschaften auf – meistens mit eigenen Schülern, immer mit großem Interesse für alles, was sich vor und hinter den Kulissen abspielte.
WERNER war immer zur Stelle, wenn es zwischen Trainern und ihren pubertierenden Schülern kriselte. Als Sportpädagoge wusste er wohl, wie man mit Jugendlichen in solch sehr speziellen Entwicklungsphasen umging. In enger Zusammenarbeit mit den deutschen Eiskunstlauffunktionären gelang es ihm immer wieder, junge Läufer, die er von Trainerkollegen übernommen hatte, in die Nähe der deutschen Spitze zu begleiten. Seinen größten Erfolg erzielte er mit Gert GRAEBNER, den er von Inge MINOR übernommen hatte.
Werner SAYFFAERTH hat sein ganz spezielles Leben in vollen Zügen genossen und einen großen Teil davon in den Eisstadien verbracht. Dass er fast immer auf Eishockey – Schlittschuhen unterrichtete, war ein kleiner Hinweis auf seine (zweite) Liebe zum Eishockeysport, für die er nicht mehr allzu viel Zeit hatte, und verlieh ihm unter den Eiskunstlauftrainern eine ganz besondere Note.

Dr. Sepp Schönmetzler
2-facher Deutscher Meister, Trainer und Journalist


Werner Sayffaerth war Ausbilder, als ich damals meine C-Trainer Ausbildung in Dortmund absolvierte. Ich habe ihn als einen hervorragenden Pädagogen erlebt, bei dem ich viel gelernt habe. Es war schön Werner dann 2017 in Köln nach all den Jahren wiederzutreffen und letztlich hat er seine Karriere dort beendet wo er einst auch erfolgreich als Trainer gearbeitet hat.

Britta Schwipper
Abteilungsleiterin Eistanz und Trainerin beim Kölner Eis-Klub e.V.


 

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